Goethe in Marienbad, auf den Spuren eines großen Besuchers

Es gibt wenige Städte in denen man so deutlich spürt dass jemand Bedeutendes vor einem da war. Marienbad ist eine davon. Und der Bedeutendste war Johann Wolfgang von Goethe.

Goethe war 1820 zum ersten Mal in Marienbad. In dem Haus seines Aufenthalts, der ehemaligen Pension Zur Goldenen Traube, wurde das Stadtmuseum eingerichtet. Das Museum liegt im ältesten Haus der Stadt und ist nicht groß, aber gut gemacht. Man sieht rekonstruierte Zimmer, Exponate aus der Entstehungszeit des Kurorts, Dokumente über berühmte Gäste.

Was Goethe in Marienbad wirklich passiert ist, gehört zu den bekanntesten Geschichten der deutschen Literaturgeschichte. Er verliebte sich mit über 70 Jahren in die damals 17-jährige Ulrike von Levetzow, hielt um ihre Hand an und wurde abgewiesen. Aus dem Schmerz darüber schrieb er die Marienbader Elegie, ein Gedicht das viele für das intensivste seines Alterswerks halten. Marienbad hat ihm also nicht nur gut getan.

Weitere prominente Gäste die Marienbad mehrfach besuchten, waren Frédéric Chopin, Thomas Alva Edison, König Edward VII., Alfred Nobel und Stefan Zweig. Ferienhaus Tschechien Edward VII. soll neun Mal hier gewesen sein und dabei den ältesten noch existierenden Golfplatz Tschechiens eröffnet haben.

Man spaziert durch Marienbad und sieht überall Spuren dieser Geschichte. Das Chopin-Haus erinnert an den polnischen Komponisten der hier 1836 zur Kur weilte und ein Konzert gab. Die Statue von Franz Joseph I. und Edward VII. im Park zeigt die diplomatische Bedeutung die der Kurort einmal hatte. Marienbad war kein Urlaubsort für normale Menschen. Es war der Ort wo Europa kurte.

Das ist heute anders. Marienbad ist für jeden offen und auch im Oktober kommen Menschen aus allen möglichen Ländern. Aber die Geschichte hängt noch in den Mauern der Kurhäuser und in den Gängen der Kolonnade. Man muss nur hingehen und schauen.