Marienbad war nie eine Stadt nur für eine bestimmte Gruppe von Menschen. Hierher kamen Engländer und Österreicher, Russen und Deutsche, Juden und Christen verschiedener Konfessionen. Das sieht man noch heute an der Vielfalt der Kirchen die das Stadtbild prägen.
Die auffälligste ist die Russisch-Orthodoxe Kirche des Heiligen Vladimir. Sie gehört zu den besonders außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten Marienbads und bietet Besuchern ein unverwechselbares Erlebnis. Die goldenen Kuppeln leuchten über dem Kurpark und man sieht die Kirche schon von weitem bevor man sie erreicht.
Der Bau stammt aus dem späten 19. Jahrhundert, als russische Kurgäste in großer Zahl nach Marienbad kamen. Die Zarenfamilie soll ebenso hier gewesen sein wie andere Angehörige der russischen Aristokratie. Die Kirche war für sie ein Stück Heimat im westböhmischen Kurort.
In Marienbad, einer Stadt mit 15000 Einwohnern, finden sich eine Römisch-katholische Kirche, die evangelische Kirche Corporis Christi, die anglikanische Kirche Christ Church und die russische Kirche des Heiligen Vladimir.
Wir sind im Oktober daran vorbeigekommen auf einem der Spazierwege durch den oberen Teil des Kurparks. Die Kirche war von außen zugänglich, der Innenhof ruhig und verlassen. Das Herbstlicht auf den goldenen Kuppeln war ein gutes Motiv. Man spürt an diesem Ort dass Marienbad einmal zu den kosmopolitischsten Orten Europas gehörte, ein Treffpunkt für Menschen aus sehr verschiedenen Welten die alle dasselbe wollten: etwas für ihre Gesundheit tun und dabei gut leben.
