Wer nur die Hauptkolonnade kennt, kennt Marienbad zur Hälfte. Die andere Hälfte liegt ein paar Gehminuten entfernt, etwas abseits vom Zentrum, etwas ruhiger, etwas weniger besucht: die Ferdinandquelle mit ihrer eigenen Kolonnade.
Die Ferdinandquelle ist wahrscheinlich die erste entdeckte Heilquelle Marienbads. Benannt ist sie nach Kaiser Ferdinand I. der bereits 1528 das Wasser untersuchen ließ. 1826 und 1827 entstand eine Kolonnade, die noch erhalten ist.
Im charmanten Ferdinand-Pavillon, umgeben von gepflegten Blumenbeeten und Spazierwegen, können Besucher das Heilwasser direkt probieren. Der Pavillon selbst ist ein Beispiel klassischer Kurarchitektur und bietet eine ruhige Atmosphäre zum Verweilen. Fit Reisen
Wir sind im Oktober dort hingelaufen und hatten den Pavillon fast für uns alleine. Im Sommer ist das sicher anders, die Ferdinandquelle ist eine der besuchten Sehenswürdigkeiten außerhalb des direkten Kurzentrums. Aber Ende Oktober stand die klassizistische Kolonnade im Herbstlicht, das Wasser lief aus dem Hahn, und kein Mensch drängte sich vor.
Das Wasser der Ferdinandquelle schmeckt milder als das der Kreuzquelle, weniger kohlensäureintensiv, fast angenehm von Anfang an. Sie gilt als eine der ältesten Quellen der Stadt und das Wasser wurde früher unter dem Namen Excelsior abgefüllt und verkauft.
Der Weg zur Ferdinandquelle führt durch einen Teil des Kurparks der touristisch weniger erschlossen ist. Weniger Cafés, weniger Geschäfte, mehr Bäume und Stille. Für alle die Marienbad nicht nur von der Schauseite kennenlernen wollen, ist dieser Spaziergang empfehlenswert. Man sieht die Stadt von einer anderen Seite. Ruhiger, fast wie ein Kurort aus einer anderen Zeit.
