Die Heilquellen von Marienbad, was steckt dahinter

Mineralquellen in Marienbad JTSH26 CC BY-SA 4.0

Marienbad verdankt seine Existenz dem Wasser. Nicht dem Regen, nicht einem Fluss, sondern dem Mineralwasser das unter dem Kaiserwald aus dem Boden drückt und seit Jahrhunderten Menschen anzieht die Heilung suchen oder einfach etwas spüren wollen.

In der Stadt selbst entspringen 40 Heilquellen, in der Umgebung rund 100 weitere. Die Mineralquellen sind reich an Kohlensäure und Mineralsalzen. Empfohlen werden Trinkkuren, Moorbäder und andere Behandlungen gegen Stoffwechsel und Nierenerkrankungen, Atemwegsbeschwerden sowie Verspannungen im Bewegungsapparat.

Was die Quellen von Marienbad besonders macht, ist ihre Vielfalt auf engem Raum. Obwohl sie örtlich nahe beieinander liegen, unterscheiden sich die Quellen wesentlich in ihren physikalischen Eigenschaften und chemischen Zusammensetzungen. Das liegt an den verschiedenen wasserführenden Gesteinsschichten im Untergrund und ist weltweit einmalig.

Die bekanntesten Quellen liegen im Zentrum der Stadt, direkt zugänglich und kostenlos. Die Kreuzquelle befindet sich unweit der Hauptkolonnade, die Ferdinandquelle hat ihre eigene kleine Kolonnade etwas abseits im Park, die Karolinaquelle gilt als besonders magnesiumreich. Jede schmeckt anders. Das ist keine Einbildung, sondern Chemie.

Wir haben alle drei probiert. Das Wasser der Kreuzquelle ist das kohlensäurereichste und prickelt deutlich auf der Zunge. Die Ferdinandquelle schmeckt milder, fast angenehm. Die Karolinaquelle hat einen leicht salzigen Beigeschmack. Man braucht einen Kurbecher dafür, das kleine Trinkgefäß mit Tülle das man überall in den Geschäften kaufen kann und das verhindert dass man sich beim Trinken direkt am Hahn bespritzt.

Wir haben an einem normalen Oktobertag an den Quellen gestanden, Mineralwasser getrunken und verstanden warum Goethe hier mehrmals herkam und Edison und Chopin und der englische König. Nicht weil es glamourös war. Sondern weil es einfach gut ist.